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Ja, auch ich wurde belästigt

27.10.2017

Erfreut nehme ich zur Kenntnis, dass die Fraktion einer ganz ganz neu in den Bundestag gewählten relativ neuen Partei sofort mit der Arbeit loslegt. Diese Partei schreibt sich bekanntermaßen Freiheit und Feminismus auf ihre blaue Fahne. Und auch in dieser Saison flammt traurigerweise wieder eine Sexismusdebatte auf. „Auch ich wurde sexuell belästigt“ bekennen bekannte Frauen auf dem Titelblatt der BUNTE. Man möchte fragen: „Was, wart ihr auch Silvester in Köln?“ Und diese Frage wäre natürlich Quatsch. Weil jeder weiß, dass Notgeilheit und sexuelle Übergriffigkeit auch außerhalb Silvester und außerhalb Kölns Konjunktur haben. Beispielsweise Dienstags im Kopierraum. Ausgehend nicht zwangsweise von einem Nafri, sondern von einem Eiheibetrivor (Eigenheimbewohnender triebgesteuerter Vorgesetzter). Ich finde es darum Klasse, dass sich die erklärt feministische AfD-Fraktion geschlossen diesem virulenten Thema annimmt. Oder habe ich das nur geträumt? Ich gestehe: auch ich wurde schon mal begrapscht. Von einem schwulen Arbeitskollegen. Lange her, sehr lange. Er hat mir mit tiefem Blick die nicht sehr muskulöse Brust gestreichelt. Ein bisschen war ich ja schon geschmeichelt. Wir beide waren aber auch betrunken. Ich ließ es ihm durchgehen, als kleine Dankbarkeit für das Erledigen meiner Steuererklärung. Ein ganz klein wenig habe ich mich ja auch über diese Zuneigung gefreut. Obwohl ich definitiv auf Frauen stehe. Egal. Anderes Thema: Einschusslöcher. In den USA kann man sich aussuchen, ob man am bleiernen Schuss aus der Wumme oder am goldenen Schuss aus der Nadel stirbt. Seit Jahren knallen sich immer mehr Freunde des Heroins mit einer Überdosis desselben für immer in die Nähe ihres Herrn. Oder in die ewige Dunkelheit. Die zwei Gründe dafür: krasse Schmerzmittelabhängigkeit, die nur Heroin wegkriegt, wenn die vom Onkel Doktor verschriebenen Tabletten aufgegessen sind. Und hochqualitative, saubere Wegknallware direkt vom Erzeuger (Afghanistan). Mit eigenem Vertrieb (US-Army) auf kürzestem Weg zum Verbraucher gebracht. An der heimatlichen Heroinfront fallen pro Jahr mehr US-Amerikaner als im gesamten Vietnam-Krieg. Und was gibt’s hierzulande? Jamaica-Koalitionsgespräche (Hören Sie bitte auf zu gähnen!).  Die CDU will den Grünen deren Klimaschutzphantasien ausreden. Denn die Schließung der Braunkohlekraftwerke vor allem im CDU-NRW würde Arbeitsplätze kosten. Dreck rausblasen sichert also Arbeitsplätze. Kennt man ja von der Verkehrspolitik. Beliebtester Satz von Familienvätern, die ihren dreiköpfigen Anhang gerade sicher zur Ferienwohnung auf Rügen chauffiert haben: „Wir waren acht Stunden unterwegs. Wir haben nur im Stau gestanden.“ „Wo kommen Sie denn her?“ „Dresden.“ Aber was bringt man nicht gern für Opfer für die zielführende Verkehrspolitik der Bundesregierung. Hauptsache, man hat überlebt und wurde nicht am Stauende zum Opfer eines eben da ungebremst reinkachelnden Truckers, der am Steuer Game of Thrones auf dem iPad guckt, mit Kopfhörern. Während er spanischen Billigkefir zum Umetikettieren nach Kroatien bringt, damit er hier als Alpenmilchjoghurt verkauft werden kann. Der Tod im Straßenverkehr ist ein gesellschaftlich akzeptiertes Schicksal. Sichert ja Arbeitsplätze. Ebenso wie das Einatmen dreckiger Luft und das vom Baum erschlagen werden infolge klimawandelgepimpter Starkstürme. Am Wochenende soll es ja wieder kräftig blasen. Bevor es dann im Winter nicht schneit. Insofern wünsche ich allen ein schönes und sicheres Wochenende. Setzt den Fahrradhelm auf, wenn ihr rausgeht!